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Geschrieben von Redaktion   
Wednesday, 9. November 2005

Gift in Zimmerpflanzen - kein Grund zur Panik. Wenn kleine Kinder im Haus sind, sollte man sich jedoch überlegen, ob man Kroton, Weihnachtsstern oder die Dieffenbachie unbedingt als Zimmerschmuck haben sollte.

Kroton (Codiaeum variegatum)
Die Laubblätter des Kroton sind vielfältig gefärbt. So erscheinen sie mit grünen, gelben, orangeen und roten Mustern. Die Form der Blätter ist gelappt und auch riemenförmig. Die Blüten sind unscheinbar. Die Pflanze führt einen farblosen Saft und wird im Zimmer bis zu 1 m hoch. Die Heimat des Kroton ist Indien und Malaysia.


Der Pflanzensaft enthält giftige Eiweißverbindungen. Die Vergiftungserscheinungen sind Brennen im Mund, Erbrechen und Durchfälle sowie Darmkrämpfe. Bei häufigem Kontakt kann es auch zu allergischen Reaktionen der Haut kommen.
Familien mit Kindern sollten den Kroton nicht halten.

Dieffenbachie (Dieffenbachia seguine), Aronstabgewächs
Die Dieffenbachie gehört mit zu den beliebtesten Zimmerpflanzen. Sie hat länglich bis ovale, 25 - 40 cm lange Blätter, die dunkelgrün gefärbt sind und weiße Flecken aufweisen. Ihre Blüte besteht aus einem grünlichen Hüllblatt (Spatha), das den Blütenkolben umgibt. Die Pflanze kommt nur selten zur Blüte. Sie kann eine Höhe von 2 m erreichen. Ihre Heimat ist das tropische Amerika.


Die Wirkstoffe sind noch nicht eindeutig festgestellt. Es handelt sich aber um Glycoside, Alkaloide und Saponine sowie um Calciumoxalat-Nadeln. Beim Berühren der Pflanze öffnen sich so genannte Schießzellen, welche die Nadeln und die anderen Giftstoffe herausschießen und somit zu Verletzungen der Haut und des Auges führen können.
Äußerlich kommt es zu starken Reizungen der Haut. Gelangt der Saft in das Auge, so erfolgt Entzündung und Verätzung der Bindehaut, starker Tränenfluss und Krämpfe der Lider.
Bei innerer Aufnahme sind die Symptome Brennen, Anschwellung und Rötung der Schleimhäute sowie der Zunge. Dabei kommt es auch zu erhöhter Speichelproduktion, zu Sprechbehinderung und Schluckbeschwerden. Weitere Folgen der Vergiftung können Übelkeit, Durchfall, Störungen des Herzrhythmus, Benommenheit und Lähmungen sein.
Die Giftwirkung ist bei den einzelnen Arten unterschiedlich. Einen hohen Wirkstoffgehalt weisen die Arten Dieffenbachia seguine und Dieffenbachia picta auf.
Familien mit kleinen Kindern sollten diese Zimmerpflanzen nicht halten. Die Dieffenbachie ist auch für Katzen giftig.
Besondere Vorsicht ist beim abstauben oder putzen der Pflanzen geboten, da auf diese Weise das Gift schnell in die Augen kommen kann.

Korallenbäumchen (Solanum  capsicastrum)
Das Korallenbäumchen ist ein kleiner Baum oder Strauch, der im Sommer weiße, sternförmige Blüten hervorbringt. Danach bilden sich leuchtend rote, kugelige Früchte. Die Blätter des Korallenbäumchens sind gestielt und von der Form her lanzettlich. Die Zweige der Pflanze sind ebenfalls grün gefärbt. Das Bäumchen wächst 50 - 100 cm hoch. Die Heimat der Pflanze ist Südamerika.


Die gesamte Pflanze enthält als Hauptwirkstoff das Solanocapsin. Die roten Beeren können für Kinder gefährlich werden und gerade Familien mit Kleinkindern sollten diese Pflanze außer Reichweite halten.
Die Vergiftungssymptome sind Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen, die Pupillen erweitern sich und der Patient wird schläfrig. Im Extremfall kann es zur Atemlähmung kommen.

Fensterblatt / Zimmer-Philodendron (Monstera deliciosa)  
Das Fensterblatt fällt durch seine großen und stark eingeschnittenen Blätter auf. Sie werden 40 - 120 cm lang und haben lange Stiele. Es blühen nur ältere Pflanzen. Die Blüte besteht aus einem weißen Hüllblatt (Spatha) und einem gelben Blütenkolben. Das Fensterblatt stammt aus Mexico.


Das Fensterblatt enthält Scharfstoffe, ähnlich dem Aronstab und Kalziumoxalat-Nadeln. Wie bei der Dieffenbachie können die Nadeln und die Giftstoffe beim Berühren der Pflanze herausschießen und so zu Verletzungen der Haut führen.
Äußerlich kommt es zu Hautentzündungen und zu Entzündungen der Augen. Innerlich bewirken die Stoffe Reizungen der Schleimhäute und der Zunge in Form von Anschwellen und Brennen. Dies kann Schluckbeschwerden und Sprachbehinderung zur Folge haben. Die weiteren Symptome zeigen sich in Übelkeit, Erbrechen und Magen- und Darmbeschwerden.                                                                                                                         

Weihnachtsstern / Adventsstern (Euphorbia pulcherrima) 
Allgemein bekannt, mit roten oder weißen Blütenblättern. 


Giftig an ihm sind alle Pflanzenteile, vor allem der Milchsaft. Als Symptome wurden Zittern, Erbrechen, Durchfall, Schläfrigkeit und Benommenheit beschrieben. Der Milchsaft kann auf der Haut zu einer Kontaktallergie führen.                                                                                                                

Oleander (Nerium oleander)     
Der rot oder weiß blühende immergrüne Oleander findet sich bei uns als Zimmerpflanze und im Sommer auch auf Terrassen und an Hauseingängen.


Die gesamte Pflanze ist stark giftig. Das enthaltene Oleandrin ist ein stark herzwirksames Gift, das tödlich wirken kann. Der höchste Giftgehalt soll während der Blütezeit zu finden sein. Die Vergiftung äußert sich durch Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Koliken, erweiterte Pupillen, Herzschwäche, Herzklopfen und Atemstörungen.
Wenn der Milchsaft durch eine Wunde direkt ins Blut gelangt, ist mit einer sehr starken Vergiftung zu rechnen. Vergiftungen sind schon bei der Benutzung der Äste des Oleanders z.B. als Fleischspieß zum Grillen beobachtet worden.                                                   

Weitere Pflanzen die giftig sind: Kolbenfaden (Aglaonema ), Wüstenrose (Adenum), Aloe, Amaryllis,  Flamingoblume (Anthurium) , Prachtlilie ( Gloriosa) , Azalee (Rhododendron).      
Bei Nachtschattengewächsen, Fingerhut und beispielsweise Eisenhut ist mit einer unmittelbaren Lebensbedrohung zu rechnen, gerade bei Kleinkindern.
Außerdem ist sehr giftig: Maiglöckchen, Kirschlorbeer, Goldregen (äußerst giftig, sehen aus wie Bohnen, gelbe Blüten, sofort ins Krankenhaus!), Bärenklau, Engelstrompete (ganze Pflanze besonders die Samen, sofort ins Krankenhaus!)
 
Giftnotrufnummern:                                                              
Berlin 030 / 192 40          
Bonn 0228 / 192 40          
Erfurt 0361 / 73 07 30      
Freiburg 0761 / 192 40    
Göttingen 0551 / 192 40   
Homburg 068 41 / 192 40

 
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